Von der Nazibarbarei zur Wiedervereinigung - eine lyrische Reise

Im deutschen Namen wurde Schreckliches getan,
geleitet von borniertem Rassenwahn
hat eine Gruppe krimineller Elemente
bestimmt, wer nicht mehr leben sollte,
trotz einer Unzahl ausgewiesener Talente,
obwohl man Teil des Volkes bleiben wollte,
zu Untermenschen wurden sie erklärt,
die Ehre, Eigentum und Freiheit waren schnell entzogen,
die effektivste Form der Tötung wurde noch erwogen,
von Skrupeln blieben diese Täter offensichtlich unbeschwert.

Die Opfer waren häufig hoch begabte Juden,
doch auch Behinderte hat man in großer Zahl vernichtet,
die Schuld, die ihre Henker auf sich luden,
war immer gleich - es wurde Teufelswerk verrichtet.

Von Nazischergen wurde dieser Massenmord vollendet,
die Juden waren Religionsgemeinschaft, keine Rasse,
doch hat man sie, von Ideologie verblendet,
als Untermenschen diffamiert mit einem Hasse,
den man vernünftig nicht erklären kann,
welch abgrundtiefe Bosheit steckte in dem einen Mann,
der als der große Führer vorgab, Deutschland zu erretten,
tatsächlich aber seinen schnellen Untergang betrieb,
ein brennendes Inferno in den bombardierten Städten
war alles, was von seinem Wahngebäude übrig blieb.

Von deutschen Händen wurde aus der Trümmerwüste
das Land des Wirtschaftswunders aufgebaut,
von einem Volk, das jenen schweren Fehler büßte,
dass man dem falschen Manne hat vertraut.

Doch eine Wunde konnte Volkes Fleiß nicht heilen:
gespalten blieb das Land als Folge des verlor'nen Krieges,
ein tiefer Graben, um das Land, die ganze Welt zu teilen
in feindliche Systeme in Erwartung ihres wohlverdienten Sieges,
und über allem hing das Schwert des atomaren Unterganges:
ein nuklearer Krieg als letzte Strophe eines deutschen Grabgesanges.

Als sich am Ende des Jahrhunderts dann
die Möglichkeit der deutschen Einheit bot,
ergriff mit viel Geschick ein and'rer Mann,
der aufgewachsen war in jenen Tagen bitt'rer Not,
die günstige Gelegenheit und brachte seinem Volk zurück,
was andere im Rassen- und im Größenwahn verspielten -
die Einheit und die Souveränität in einem Stück -
die Deutschen konnten gar nicht fassen, was sie in den Händen hielten.

Von deutschem Boden sollte nie mehr Krieg ausgehen,
doch konnte diese frohe Kunde nur bestehen,
wenn Deutschland fest im europäischen Verband verblieb -
der Grund, weshalb der Kanzler jene kluge Politik betrieb,
das neu vereinte Land mit seinen Nachbarn zu verbinden,
um die Gefahr des Krieges ein für alle Mal zu überwinden.

© Reinhard Schmidt
 

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